"Ich kann NICHT zeichnen!"

Diese Aussage mag Sie vielleicht irritieren, lässt Sie staunen oder vielleicht sogar schmunzeln.

Sie drückt aber eine Sache aus, die mir sehr am Herzen liegt: Das Zeichnen, von dem ich in meinem Beruf spreche, hat mehr mit Lesen, Schreiben, Sprechen und Zeigen zu tun als mit dem Fach, das wir aus der Grundschule kennen: Kunstunterricht. Bildnerische Erziehung.

Was meine ich damit? Lesen, Schreiben, Sprechen und Zeigen sind menschliche Kulturtechniken, derer wir uns in der Alltags-Kommunikation bedienen.

Und zwar auf eine ganz selbstverständliche Art und Weise. Das Zeichnen zählt hier nicht dazu.

Ein Umstand, der mich vor vielen Jahren wie ein Eimer kalten Wassers getroffen hat!

Ich dachte mir: „Das gibt es doch nicht! Kann es wirklich sein, dass die Menschheit kollektiv auf eine uralte Kulturtechnik „vergessen“ hat?
Ein Kommunikations-Werkzeug, das wirksamer nicht sein könnte und das unser Gehirn aufsaugt wie ein Schwamm!“

Doch halt! Ich bin schon 2 Schritte voraus.

Lassen Sie mich kurz beschreiben, wie es eigentlich bei mir zu dieser Erkenntnis gekommen ist:

Mein Weg

Mein Berufsweg hat mich ursprünglich in den Finanzbereich verschlagen.
In fast 20 Jahren lernte ich dort so ziemlich jeden Winkel kennen und ich bekleidete verschiedene Funktionen bis hin ins Management.

Seit jeher liebte ich es schon, über den Tellerrand hinauszuschauen, und so begann ich, noch in meiner aktiven Zeit, als Angestellter
berufsbegleitend an der Universität Wien, Philosophie zu studieren. Es sollten 7 Jahre werden!

In den ersten zwei Jahren meines Studiums bin ich in Vorlesungen gesessen und habe genau NICHTS verstanden.

Es lag dabei nicht an der Fülle von lateinischen und altgriechischen Ausdrücken. Nein – ich konnte jeden deutschen Satz verstehen. Ich konnte fast jedes Wort verstehen.
Nur, die Zusammenhänge ergaben für mich einfach keinen Sinn! Mein „Banker-Gehirn“ konnte so einfach nicht denken!
Ein sehr geschätzter Professor sagte einmal zu mir: „Beim Studium der Philosophie lernen Sie denken.“
Damals dachte ich mir: „Der nimmt sich aber viel heraus!“ – heute finde ich es absolut zutreffend!

Mich hat es sehr fasziniert, dass ich auf eine mir so fremde Art zu denken gestoßen war. Also blieb ich dran und begann damit, meine Mitschriften mit schematischen Darstellungen (Vierecken, Kreisen, Pfeilen, Verbindungen etc.) anzureichern und während des Zeichnens nach-zu-denken.

Das Wunder

Es war wie ein Wunder! Ich konnte förmlich beobachten, wie sich all die Anstrengungen, verstehen-zu-wollen, in Entspannung verwandelten. 

Plötzlich konnte ich mich in diesen, mir bis dahin fremden Welten, bewegen und zurecht finden −  es wurden „Wegmarken“ gesetzt und Zusammenhänge hergestellt. Nichts schien mir mehr unmöglich, gedacht zu werden.

Ein neues Gefühl von Freiheit stellte sich in mir ein und damit auch ein neues Selbstbewusstsein. Erst später wurde mir klar, dass dies die „Geburtsstunde“ meiner zukünftigen beruflichen Richtung war. In den folgenden Jahren beendete ich meine Karriere im Finanzbereich, gründete mein eigenes Unternehmen und begann damit, die ersten Flipchart-Kurse zu geben.

Der größte Teil meiner beruflichen Tätigkeit bestand jedoch in der Unternehmensberatung, dem Coaching und vor allem in der Tätigkeit als Trainer − noch heute arbeite ich in allen 3 Bereichen mit großer Begeisterung und Leidenschaft. 

Der Erfolg stellte sich allerdings erst ein, als ich mich voll und ganz der Kulturtechnik des Visualisierens verschrieben hatte, 
und diese konsequent in allen Bereichen ein- und umsetzte. 

In den vergangenen 12 Jahren sind so zahlreiche neue Methoden und Ansätze entstanden.

Die ersten professionellen Striche

Begonnen hat allerdings alles mit Kursen zur wirkungsvollen Gestaltung von Flipcharts (die ich auch nach 12 Jahren noch immer geben). 2011 war mein Unternehmen „Hanami Consulting“ noch jung, ich hatte eine Ausbildung als systemischer Coach abgeschlossen und ging mit großer Begeisterung meiner selbständigen Tätigkeit nach. Berufsbezogenes Coaching und Beratung im Bereich der Personal- und Organisationsenticklung waren mein täglich Brot. Dass ich dabei immer das Flipchart oder auch Pinwände einsetzte und (mit-)zeichnete, war mir gar nicht bewusst. In meiner Zeit als Führungskraft im Finanzbereich hatte ich diese Medien und Technik schließlich auch wie selbstverständlich bei Meetings, Präsentationen und in Projekten eingesetzt.

Eines Tages kam ein befreundeter Berater auf mich zu und fragte, ob ich ihm ein paar Tricks am Flipchart beibringen könnte. Er würde seine Inhalte auch gerne pointierter und übersichtlicher präsentieren bzw. sei seine Schrift eine Katastrophe. – Noch im selben Jahr veranstalte ich gut ein Duzend Kurs zum Thema „Wirkungsvolle Flipchartgestaltung“ und es sollten im Laufe der Jahre mehrere Tausend Kursteilnehmer:innen werden. Visuals for Business war geboren (das „Kind“ bekam seinen Namen aber erst ein paar Jahre später).

Graphic Recording? Graphic Recording!

2013 landete dann eine „ungewöhnliche“ Anfrage eines Stammkunden auf meinem Schreibtisch: Ob ich mir den vorstellen könnte, einen Vortrag mitzuzeichnen. Es handelte sich um einen ganz speziellen Gast der kurz vor einem beruflichen Sabbatical stand und so bald nicht mehr in der Öffentlichkeit auftreten würde. Als ich den Namen hörte, war mir sofort klar: JA – das will ich tun! Was für eine Chance!

Es handelte sich um den sehr bekannten deutschen Neurobiologen Dr. Gerald Hüther! Er hilt vor ca. 200 Führungskräften eine Keynote zum Thema „Lernen & Supportive Leadership“. Das sollte mein erstes „Graphic Recording“ werden – eine Technik die im deutschsprachigen Raum zu diesem Zeitpunkt so gut wie gar nicht bekannt war. In den folgenden Jahren sollte mir noch oft die Rolle des Pioniers in Sachen „Visualisierungsarbeit für den Businessbereich und die Lehre“ zukommen. 

2013 war ich noch sehr aufgeregt und bat eine Illustratorin um Hilfe bei diesem Auftrag. Das Besondere: Wir arbeiteten auf großen Whiteboards! Ja – Sie haben richtig gelesen. Die Bilder die während der Veranstaltung entstanden sind, waren nicht für die „Ewigkeit“ bestimmt, sondern wurden später dann wieder gelöscht! Nun gut – Fotos gibt es freilich. 😉

In den folgenden Jahren lernte ich als Visueller Übersetzer viele verschiedene Berufsgruppen, Unternehmen, Organisationen, Menschen und vor allem vielseitige Themenfelder kennen: Konferenzen für Innenrevisor:innen, Psychotherapeut:innen, Projekt-Stakeholder, Glaubensgemeinschaften, Internationale Politik, die Lebenshilfe, verschiedenste Hochschulen, der Pflegebereich und noch vieles mehr.

Das Ausland ruft!

Österreich sollte außerdem nicht mein einziger Arbeitsort bleiben.
In den letzten Jahren haben mich Aufträge bis nach Saudi Arabien und Kenia geführt. Ich durfte nicht nur die unterschiedlichsten Themen und Sachverhalte visualisieren, sondern auch die Wirkung von Bildern in verschiedenen Kulturkreisen erleben.
Mein philosophisch humanistisch gebildeter Geist konnte und kann gar nicht genug davon bekommen. Nichts ist spannender, als diese unterschiedlichen Ansätze und Positionen zusammen-zu-denken und so innovative neue Gedanken entstehen zu lassen!

Arbeit, die Spaß macht!

Und doch hat mir ein Bereich meiner Arbeit immer ganz besondere Freude bereitet: Anderen Menschen die Kulturtechnik des Visualisierens zu vermitteln. Nichts macht mir mehr Spaß als zu sehen, wenn der Zeichen-Funke auf meine Seminarteilnehmer:innen überspringt, und sie mit kindlicher Begeisterung am Papier zu experimentieren beginnen und der Knoten von „Ich kann nicht zeichnen“ gelöst ist.

Seit einigen Jahren ist dieses Feld noch um den Bereich der „Digitalen Visualisierung“ erweitert geworden. Online-Whiteboards und die Virtual Reality sind die Zukunft des Präsentierens von Inhalten und Ideen und Zusammenarbeitens Einzelner und von Vielen.

Visuals for Business ist mittlerweile eine bekannte Marke, die sowohl in der visuellen Begleitung der Organisationsentwicklung, im Coaching, im Training und auch im Bereich der handverlesenen Erklärvideos Fuß gefasst hat. Mit Geschäftspartner:innen aus verschiedenen Bereichen können visuelle Lösungen für alle nur erdenklichen Geschäftsthemen und -vorgänge angeboten werden.

Und nach wie vor beginne ich meine Seminare immer mit den Worten: „Ich kann NICHT zeichnen!

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