Viele Veranstaltungen finden heute ganz oder teilweise online statt: Strategieworkshops in Teams, Fachkonferenzen in Zoom, hybride Kick-offs mit Teilnehmenden an mehreren Standorten. Die Frage ist naheliegend: Funktioniert Graphic Recording auch dann, wenn niemand im selben Raum sitzt?
Die Antwort ist ja. Und es bringt sogar einige Vorteile mit, die das analoge Recording nicht hat.
Wie digitales Graphic Recording funktioniert
Das Prinzip bleibt gleich: Ich höre zu, verdichte und zeichne live, was in der Veranstaltung besprochen wird. Statt auf Papier an der Wand entsteht das Bild am Tablet.
Mein Setup:
- iPad Pro mit Stift als Zeichenfläche
- Procreate als Zeichenprogramm
- Jede gängige Plattform für die Übertragung, von Microsoft Teams bis Zoom
- Online-Whiteboards wie Miro, wenn die Gruppe direkt am Board mitarbeiten soll
Ich schalte mich als Teilnehmer in die Veranstaltung ein. Die Teilnehmenden können zusehen, wie das Bild entsteht, oder es wird zu festgelegten Zeitpunkten eingeblendet.
Der Ablauf
- Vorgespräch. Wir klären Ziel, Zielgruppe, Programm und die Plattform. Ich bekomme Agenda und Unterlagen zur Vorbereitung.
- Technik-Check. Vor der Veranstaltung testen wir Zugang, Bildschirmfreigabe und Ton gemeinsam.
- Live-Zeichnen. Während der Veranstaltung entsteht das Bild in Echtzeit.
- Einblenden. An vereinbarten Stellen, etwa vor einer Pause oder zum Abschluss, wird das Bild geteilt und kann kommentiert werden.
- Übergabe. Nach der Veranstaltung bekommst du die Bilder als hochauflösende Dateien.
Die Vorteile gegenüber dem analogen Recording
Keine Reisekosten. Ich kann von Wien aus Veranstaltungen überall begleiten. Das senkt die Kosten und macht Graphic Recording auch für kürzere Formate interessant.
Sofort digital. Die Bilder liegen direkt nach der Veranstaltung als Datei vor. Kein Abfotografieren, kein Einscannen, keine Lichtreflexe. Du kannst sie sofort im Nachbericht, im Intranet oder in der Teilnehmer-Mail verwenden.
Für alle gleich gut sichtbar. Im Saal sieht die letzte Reihe die Wand nur aus der Ferne. Online hat jede Person das Bild in voller Größe auf dem eigenen Bildschirm.
Flexibel nachbearbeitbar. Digitale Bilder lassen sich ergänzen, in Ausschnitte zerlegen oder zu einem Gesamtbild zusammenführen.
Was online anders ist
Eine virtuelle Veranstaltung hat ihre eigenen Herausforderungen. Die Aufmerksamkeit ist flüchtiger, die Interaktion schwerer. Gerade hier hilft das Bild: Es gibt den Teilnehmenden etwas zum Anschauen, das sich verändert und ihre Beiträge aufgreift. Das hält sie bei der Sache.
Bei hybriden Formaten kann das digitale Recording im Saal auf eine Leinwand projiziert und gleichzeitig an die Online-Teilnehmenden übertragen werden. So sehen alle dasselbe Bild, egal wo sie sitzen.
Tipps für Veranstalter:innen
- Plane Momente zum Einblenden. Das Bild wirkt am stärksten, wenn es bewusst gezeigt und kurz besprochen wird.
- Kläre die Berechtigungen. Ich brauche Zugang zur Veranstaltung und gegebenenfalls das Recht zur Bildschirmfreigabe.
- Denk an Breakout-Sessions. Sollen auch Ergebnisse aus Kleingruppen ins Bild? Dann besprechen wir vorab, wie ich dorthin gelange oder wie die Ergebnisse zu mir kommen.
- Nutze das Ergebnis. Schick die Bilder mit dem Dank an die Teilnehmenden aus. Das ist die einfachste Art, Ergebnisse lebendig zu halten.
Weiterlesen
- Was kostet Graphic Recording – und wovon hängt der Preis ab?
- Graphic Recording, Sketchnotes, Visual Facilitation: Was ist der Unterschied?
Dein nächster Schritt
Du planst eine virtuelle oder hybride Veranstaltung und möchtest sie mit einem Graphic Recording begleiten lassen? Im kostenlosen Erstgespräch klären wir Plattform, Ablauf und Umfang.



