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Graphic Recording, Sketchnotes, Visual Facilitation: Was ist der Unterschied?

Visual Facilitation: Harald Karrer gestaltet live ein Flipchart zum Brainstorming

Wer sich mit Visualisierung im Business beschäftigt, stößt schnell auf eine Handvoll Begriffe, die oft durcheinandergehen: Graphic Recording, Sketchnotes, Visual Facilitation, Visual Thinking. Alle haben mit Stift und Bild zu tun. Sie unterscheiden sich aber darin, wer zeichnet, für wen und mit welchem Ziel. Wenn du das weißt, findest du das passende Format für deinen Anlass.

Die Formate auf einen Blick

SketchnotesGraphic RecordingVisual Facilitation
Wer zeichnet?Du selbstEine Zeichnerin oder ein ZeichnerDie Moderatorin oder der Moderator
Für wen?Für dichFür die Gruppe und das PublikumFür die Gruppe, mit der Gruppe
FormatNotizbuch, TabletGroße Wand, Tablet mit Beamer, Online-BoardFlipchart, Pinnwand, Online-Whiteboard
RolleZuhören und verarbeitenZuhören, verdichten, spiegelnProzess steuern und sichtbar machen
ErgebnisPersönliche MitschriftGemeinsames Bild der VeranstaltungGemeinsam erarbeitete Ergebnisse

Sketchnotes: Visualisieren für dich selbst

Sketchnotes sind visuelle Notizen. Du hörst einen Vortrag, liest ein Buch oder sitzt in einem Meeting und hältst das Wesentliche in einer Mischung aus Text, Symbolen, Pfeilen und kleinen Bildern fest.

Der Hauptnutzen liegt bei dir. Wer skizziert, muss auswählen und ordnen, und genau dieses Ordnen bleibt im Kopf. Sketchnotes eignen sich deshalb hervorragend als Einstieg ins Visualisieren. Sie brauchen kein Publikum und kein großes Material.

Graphic Recording: Die Gruppe sieht ihr eigenes Denken

Beim Graphic Recording zeichnet eine eigens dafür gebuchte Person live mit, was in einer Veranstaltung gesagt und diskutiert wird. Das geschieht großformatig an einer Wand, digital am Tablet mit Projektion oder online auf einem geteilten Bildschirm.

Häufig wird Graphic Recording als visuelles Protokoll verstanden. Das greift zu kurz. Ein gutes Recording hat drei Wirkungen:

  1. Es verdichtet. Aus Stunden an Gespräch werden Kernaussagen, Zusammenhänge und offene Fragen.
  2. Es spiegelt. Die Gruppe sieht in Echtzeit, was sie gerade denkt. Teilnehmende erkennen ihre Beiträge wieder und sehen, wo sie zu anderen passen oder reiben.
  3. Es wirkt weiter. Das Bild wird zum Bezugspunkt in Pausen, in der Dokumentation und in den Wochen danach.

Die zeichnende Person greift dabei nicht in den Ablauf ein. Ihre Wirkung entsteht durch das, was sie auswählt und sichtbar macht. Gerade darin liegt Verantwortung: Wer verdichtet, trifft Entscheidungen darüber, was wichtig ist. Deshalb gehört zu einem guten Recording immer ein Vorgespräch über Ziel und Zielgruppe.

Visual Facilitation: Mit dem Stift moderieren

Bei Visual Facilitation sind Moderation und Visualisierung in einer Hand. Die Moderatorin oder der Moderator führt die Gruppe durch einen Prozess und entwickelt die Ergebnisse gemeinsam mit ihr auf Flipchart, Pinnwand oder Online-Whiteboard.

Der Unterschied zum Graphic Recording: Das Bild ist hier ein Werkzeug der Steuerung. Eine vorbereitete Struktur gibt dem Gespräch eine Richtung. Was die Gruppe beiträgt, landet sofort an der richtigen Stelle. So wird sichtbar, wo man steht, was fehlt und was als Nächstes dran ist.

Visual Facilitation eignet sich für Workshops, Strategieklausuren, Retrospektiven und überall dort, wo eine Gruppe nicht nur zuhören, sondern gemeinsam etwas erarbeiten soll.

Und Visual Thinking?

Visual Thinking ist der Oberbegriff hinter allen drei Formaten. Gemeint ist die Fähigkeit, Gedanken und Zusammenhänge über Bilder, Strukturen und räumliche Anordnung zu erschließen. Das braucht nicht zwingend einen Stift: Auch wer auf einem Online-Whiteboard Karten clustert oder eine Matrix aufzieht, denkt visuell.

Welches Format passt zu deinem Anlass?

  • Du willst für dich selbst besser mitschreiben und lernen: Sketchnotes.
  • Du planst eine Konferenz, einen Kongress oder eine große Mitarbeiterveranstaltung: Graphic Recording.
  • Du willst mit einer Gruppe Ergebnisse erarbeiten: Visual Facilitation.
  • Du moderierst oder präsentierst selbst und willst dabei visualisieren: Lerne Visual Facilitation, dann bist du nicht auf andere angewiesen.

In der Praxis lassen sich die Formate kombinieren. Bei einer größeren Veranstaltung kann ein Graphic Recording das Plenum begleiten, während in den Workshops visuell moderiert wird.

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Dein nächster Schritt

Du bist Veranstalter:in und überlegst, welches Format zu deinem Anlass passt? Im kostenlosen Erstgespräch klären wir das gemeinsam. Zum Erstgespräch

Du willst selbst im Business visualisieren, ob in Workshops, Meetings oder Präsentationen? Im Visual Communicator Lehrgang lernst du Schritt für Schritt, wie du mit dem Stift denkst, moderierst und kommunizierst. Zum Visual Communicator Lehrgang

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